In Christian Kuntners Schaffen als Musiker (Bassist), Sounddesigner und Klangarbeiter vermischen sich verschiedene Bereiche immer mehr. Die jahrelange und intensive Beschäftigung mit verschiedensten Aspekten von Musik, Geräuschen und Klängen verbindet sich in letzter Zeit immer mehr mit dem Bedürfnis, akustische Wahrnehmungen in neuer Form darzustellen. Daher arbeitet er nun vermehrt auch als Klangperformer und Erbauer von Audioinstallationen in vielen Varianten.

Das Einbeziehen von vorhandenen Ressourcen oder baulichen Gegebenheiten inspirieren ihn jedes Mal von neuem, alte Hörgewohnheiten auf den Kopf zu stellen, gewohnte Klänge in neuer Umgebungen wiederzugeben oder gewohnte Umgebungen mit fremdem Ton zu verbinden.

Eine grosse Herausforderung für Christian Kuntner ist es, soweit wie möglich auf visuelle Reize zu verzichten und trotzdem eine Geschichte zu erzählen. Wenn das Auge dann doch mithören soll, verwendet er viel Zeit dafür, visuelle und akustische Elemente so einzusetzen, dass sie sich nicht konkurrenzieren.

Sehr nahe an den installativen Arbeiten sieht Christian Kuntner seine Performances, in welchen die Inszenierung auditiver Ereignisse im Zentrum steht. Dies können manipulative, physische oder körperliche Veränderungen an einem Material sein, welche den Klang variieren, oder reine Soundperformances, in denen mithilfe verschiedenster Techniken Töne in Echtzeit modelliert werden. Spektral, auf der Zeitachse und in ihrer Dichte.

Die installative Auseinandersetzung mit Klang und/oder Musik setzt Christian Kuntner vermehrt auch in seiner Arbeit als Theatermusiker ein. Die sichtbare oder unsichtbare Installation auf der Bühne ist ein Werkzeug, welches dem Dramaturgen und den Schauspielern zur Verfügung gestellt wird.

Bei aller Experimentierfreude und dem mikroskopischen Abtauchen in die Tiefen der Klangwelten, ist Christian Kuntner jedoch immer noch Musiker geblieben, mit Vorlieben für zeitbasierte Abläufe, für Rhythmus, auch wenn sich der nicht immer im klassisch-musikalischen Sinn in den Vordergrund drängt, sondern sich durch das vielfältige Überlagern von verschiedensten Klangtexturen und deren Manipulation und Mutationen ergibt.